Jäger und Förster gemeinsam auf Kurs

Warum es im Schutzwald ohne Weisstanne und Bergahorn nicht geht.

Die Waldbegehung vom 14. Mai 2016 war ein Startschuss für eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Förstern und dem Amt für Umwelt, um bestehende Probleme verstärkt angehen zu können. Weitere solche Diskussionsrunden im Wald sind für das nächste Jahr auch im Oberland und im Berggebiet vorgesehen.

Zusammen mit den Gemeindeförstern und dem Amt für Umwelt will die Liechtensteiner Jägerschaft Lösungen erarbeiten, um dem schwierigen Problem des Wildverbisses Herr zu werden. Die Anstrengungen der Jäger für die Erfüllung der hohen Abschusspläne haben in den letzten 20 Jahren bereits sichtbare Erfolge gebracht. Die Gemeindeförster berichten von grossflächig erfreulichen Entwicklungen im Jungwald. Vor allem aber in steilen Schutzwaldbereichen, wo ohne Weisstanne und Bergahorn kein dauerhafter Schutz möglich ist, wird lokal immer wieder ein zu hoher Verbiss durch Hirsch, Gams und Reh festgestellt. Neben diesen beiden Hauptbaumarten sollen aber auch weitere, beim Wild ebenfalls beliebte Gehölzarten eine Chance haben. Dabei genügt es nicht, den Wildbestand landesweit zu senken, es muss vor allem auch lokal gehandelt werden. In den prekären Schutzwaldlagen, wo der Wald schon von Natur aus Mühe hat aufzukommen, muss mit drastischen jagdlichen Mitteln eingegriffen werden. Keine leichte Aufgabe für die Jäger. In besonders empfindlichen Waldstandorten kann es passieren, dass trotz vermehrtem Abschuss bei allen Wildarten, ein kleines Rudel Gams oder Hirsche durchwandert und dabei die vorhandenen Weisstannen oder Ahorne  in wenigen Tagen verbeisst. Wildzäume sind hier meist aufgrund des Steinschlags und Schneeschubs nicht möglich und sind auch aus grundsätzlicher Sicht nicht erwünscht. In abgelegenen Waldstandorten kann es sein, dass vor allem im Winter und Frühling wochenlang kein Förster oder Jäger hinkommt. Dazu gibt es eine jagdliche Schonzeit von Januar bis Juni, in der die Wildtiere ihre Ruhe vor dem Jäger haben sollen.

Zielsetzung: In 10 Jahren ist die notwendige Verjüngung der wichtigsten Baumarten im Schutzwald gesichert.

Um für diese verzwickte Lage Lösungen zu finden, erarbeiten Jäger, Förster und das für die Jagd zuständige Amt für Umwelt Strategien, die eine nachhaltige Entwicklung ermöglichen. Eine Arbeitsgruppe soll dafür eingerichtet werden. Dabei sind folgende Bereiche besonders wichtig:

  • Verbesserung der Kommunikation zwischen Förstern und Jägern
  • Vermehrte Information der Jäger und der Öffentlichkeit
  • Verbesserung des Zusammenwirkens innerhalb der Jägerschaft
  • Konsensfindung zwischen den Anliegen der Waldwirtschaft und der Jagd
    Anpassung von behördlichen Vorschriften
  • Umsetzung konkreter Massnahmen

Die Liechtensteiner Jägerschaft informiert laufend an dieser Stelle.
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Weiterführende Informationen
Jägerschaft und Förster gemeinsam auf Kurs
Nutzen der Weisstanne im Schutzwald
Bedeutung und Gefährdung der Weisstanne
Die Tanne - Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V.

 

Teilnehmer der Waldbegehung vom 14.05.2016
Teilnehmer der Waldbegehung vom 14. Mai 2016. Weitere Bilder der Waldbegehung.